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CoD:BO Gesamteindruck

Nach den ersten Stunden "Black Ops" und meinem Ersteindruck nun also mein bisheriger Gesamteindruck.

Der siebte Teil der Serie macht einiges richtig und einiges falsch.
Um mit den positiven Seiten anzufangen: es gibt einen Serverbrowser mit dedizierten Servern und kein schwindliges IWNet, in dem man irgendwohin gesteckt wird oder nur durch Einladung joinen konnte. Der Browser sieht dabei aus wie in den Teilen zuvor und funktioniert soweit auch ganz gut.
Manches Mal klappt es nicht, einen Server zu den Favoriten zu packen oder zu joinen, aber das lässt sich verschmerzen. Dafür scheint der Filter korrekt zu arbeiten.
Das Joinen funktioniert in der Regel reibungslos, dauert jedoch stellenweise einen ganzen Moment. Ob dies an der derzeitigen Auslastung liegt, grundsätzlich so ist oder nicht, bleibt abzuwarten.

Das Spielgeschehen selbst ist gelungen und erinnert an den fünften Teil der Serie: World at War, der ebenfalls von Tryearch stammte.
Umso deutlicher sieht man die Parallelen. Die Rangliste sieht genauso aus, die Grafik, die mittlerweile leicht angestaubt wirkt, sowie die Größe der Spieler an sich. Diese sind etwas kleiner und schmaler gehalten, als in CoD:UO oder CoD:MW beispielsweise. Leider sind einige der Animationen recht hölzern oder zu künstlich. Wirft sich ein Spieler hin, wird dies mit einem "Hepp" kommentiert, während sich die Figur wie ein Brett fallen lässt und dabei leicht bescheuert aussieht. Bei Granattreffern kippen die Spieler wie Bowlingpins um und ansonsten ist ihr Verhalten zu ragdollhaft, z.B. beim Herunterfallen von Erhöhungen oder Treppen. Denn dann purzeln sie wie Kasperpuppen und verdrehen sich dabei unnormal.
Auch, dass Granaten beim Werfen eine Spur (weiß, rot oder grün) hinter sich herziehen sieht mehr nach Comic als nach Realismus aus.
Aber gut.
Die Soundkulisse ist, entgegen meiner ersten Behauptung, gut. Über ein 5.1 Headset gespielt hört man erst mal wie die Sturmgewehre wummern und die Helis brummen. Auch wenn sich die Gatling-Gun des Einsatzhelis ("Cobra") eher wie das Pfeifen durch einen Strohhalm anhört, stimmt der Rest. Man hört entferntes Gewehrfeuer und den Hall der großkalibrigen Waffen in Räumen und Gängen.

Apropos Gänge: entwufstechnisch sind die Maps gut gelungen, wenngleich auch stellenweise zu unübersichtlich. Man kämpft sich durch nett gestaltete Areale, denen Treyarch stellenweise ein wenig Leben eingehaucht hat, indem sich ein Schaufelradbagger bewegt, ein Zug vorbeifährt (bei dem sich allerdings die Räder nicht drehen :\ ) und sogar eine Rakete abhebt !
Spielte man in den Teilen zuvor auf leblosen Karten, in denen lediglich eine Soundkulisse und maximal Feuer eingebaut war, so ist in CoD:BO ein klein wenig mehr los. Stellenweise kann man sogar durch das Drücken eines Schalters etwas öffnen und schließen.
Schön, aus meiner Sicht, ist auch, dass Snipern (ich will nicht sagen: Campern ;-) ) kaum Möglichkeiten zum Verweilen geboten wird. Sicher: man kann sich hier und da kurz hinkauern und den einen oder anderen Gegner mitnehmen, aber aufgrund der offenen Strukturen (jeder Raum ist i.d.R. von mehreren Seiten aus zugänglich), kann man sich nicht in Sicherheit wägen.
Und dazu kommt noch das Spawnproblem, das Treyarch seit CoD:World at War nicht in den Griff bekommen zu haben scheint.

Bereits im fünften Teil CoDs waren die Spawnpunkte dermaßen schlecht, dass Gegner zwischen Gegnern respawnten und ein mehr oder weniger taktisches Spielen nicht möglich war, da man permanent über die Karte und oftmals im Kreis herumrannte, nur um plötzlich einen im Rücken spawnenden Gegner zu haben, der einem kurzerhand das Pixelleben nimmt.
Dasselbe Problem herrscht auch in Black Ops. Wogte das Spielgeschehen in CoD, CoD:UO, CoD2, CoD:MW und CoD:MW2 noch hin und her, weil die Spawnpunkte auf bestimmte Stellen der Maps begrenzt waren, so scheint in CoD:World at War und CoD:BO Willkürlichkeit zu herrschen. Konnte man in den Teilen zuvor nicht neben dem Gegner respawnen, so ist dies in WAW und BO leider so. Dazu kommt noch, dass man sich als Ausrüstungsgegenstand die Möglichkeit erwerben kann, einen beliebigen Spawnpunkt für den Wiedereinstieg zu wählen (Ausnahme: Frei für Alle-Spiele). Ist letzteres vielleicht noch ok, nervt das generelle Spawning jedoch ! Hoffnung auf Besserung durch einen Patch habe ich nicht, denn Treyarch besserte damals schon nicht trotz aller Kritik nach.

Was Ausrüstungsgegenstände und Perks angeht, so hat man eine Menge Auswahl, die zum Glück ein recht faires Arsenal umfasst. Wirkten einige Killstreaks und Perks in CoD:MW2 schlichtweg übertrieben, bietet CoD:BO eine ausgewogene Mischung aus CoD:MW und CoD:MW2.
Leider ist der Klasseneditor recht fummelig geraten, mit seinen dutzenden Menüs und Untermenüs und seinen Möglichkeiten, hier zu klicken und da zu klicken. Noch nerviger hingegen ist, dass das Editieren der eigenen Klassen nicht im Spiel möglich ist, sondern man den Server dazu verlassen muss. Weshalb dies so schlecht gelöst wurde, weiß ich nicht. Das ist einfach umständlich und unsinnig !
Daneben sind anfangs einige Punkte unklar wie das Erwerben von Aufträgen mit Micropayments (Spielgeld) und anderen Dingen. Dass man seinen Clantag erst in Klammern bzw. vor den eigenen Namen setzen kann, wenn man einen bestimmten Rang erworben hat, ist irgendwie lächerlich.
Ansonsten fordert das Spiel zum Spielen und Sammeln auf. Hier gibt's EP, da gibt's Cash, hier neue Perks, dort neue Waffen und Aufsätze. Zu tun hat man jedenfalls eine ganze Weile, wenngleich sich das Spiel dadurch stellenweise auch künstlich gestreckt anfühlt.

Im Großen und Ganzen jedoch kann man sagen, dass Treyarch mit CoD:BO wieder einiges richtig gemacht hat, das IW mit CoD:MW2 versaut hat.
Gut, Valves Anti Cheat (VAC) ist einfach Schrott und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder die ersten gehackten Lobbies etc. auftauchen. Hier wollte Valve ganz offensichtlich sein eigenes Tool mit aller Gewalt durchdrücken und auf den Markt bringen, ohne Rücksicht auf die Community zu nehmen.
Was das Spielen im LAN (vor allem: auf LANs !) angeht, so muss man noch sehen. Das Menü jedenfalls bietet den Punkt "Privates Spiel". Ausprobiert hab' ich's noch nicht, aber es hört sich zumindest nach dem an, was man braucht, um drei Tage Spaß auf 'ner LAN zu haben. ;-)

Was den Singleplayermodus angeht, so ist dieser sehr kurz. Storymäßig ist er gut gemacht, artet jedoch größtenteils in reine Moorhuhnballerei mit Gegnermassen aus, die zudem nicht abzureißen scheinen. Bewegt man sich also nicht, stürmen unendlich Gegner auf einen zu.
Zudem: Was viele Spielemagazine an Medal of Honor kritisiert haben, trifft leider auch auf CoD:BO zu. Die Levels sind teilweise schlauchförmig und man hat keine Möglichkeiten, einen anderen Weg zu wählen. Auch muss man oft genug auf seine KI-Kameraden warten - die nicht selten doof agieren - , bevor man weiterkommt. Sie öffnen Türen, in manchen Situationen kann man erst aus dem Liegen aufstehen, wenn sie es tun und auf der Flucht vor einem Helikopter muss man erst auf den langsamer rennenden KI-Partner warten.
In dieser Hinsicht ist CoD:BO leider kein großer Unterschied zu MOH. Spielfreiheit sieht anders aus.

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