Aus dem Alltag eines IT'lers

Aus für Anglizismen ?!

Sonstiges Auf GMX las ich eben einen - für mich - erfrischenden Artikel über die Einstellung der Deutschen Bahn, die plant, eine Vielzahl ihrer Begrifflichkeiten wieder einzudeutschen:

QUOTE:
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, schrieb Grube in dem Brief, dass "Flyer" künftig "Handzettel" heißen, "Counter" wieder als "Schalter" bezeichnet werden, "Hotlines" zu "Service-Nummern" werden und "Call a bike" dann das "Mietrad-Angebot der Deutschen Bahn" ist. Lediglich etablierte Bezeichnungen, die jeder verstehe, sollen laut der "Süddeutschen Zeitung" weiterhin verwendet werden. Darunter fielen etwa "Bahn Card" oder "Intercity". [...]


Natürlich muss man bedenken, dass die Deutsche Bahn auf dem internationalen Präsentierteller steht und nicht nur deutschsprachige Kunden deren Angebot annehmen, sondern auch internationales Publikum sich durchaus schnell und einfach zurechtfinden will.
Aber es gibt dennoch viele Begriffe, die einfach nur noch nerven und völlig unnötig sind.
Und so verdrehe ich auch täglich die Augen, wenn die wichtigen Damen und Herren in ein "Meeting" statt in eine Besprechung verschwinden und somit "out of office", also nicht mehr im Büro, sind.

Wenn ich mal auf's Klo muss, sage ich doch auch nicht, dass ich "busy" - also beschäftigt - bin, weil ich gerade eine "Session" - eine Sitzung - abhalte.

Englisch = wichtig, so scheint es manchmal. Der Hausmeister wird zum Facility Manager und die Reinigungskraft zum Hygienic Specialist.
*ARGH*

Muss ich mich denn als mit meinen Kollegen "committen", weil sie mal wieder etwas auf ihrem "schedule" haben ? Und anschließend gibt's dann 'nen "Coffee to go" ?
Ich könnt' brechen !

Klar, gibt es - insbesondere in der IT - Begrifflichkeiten, die nunmal englisch sind. Aber trotzdem verstehen mich die Menschen auch, wenn ich ihren Computer "Rechner" nenne und ihr "Display" oder den "Monitor" Bildschirm. Sie verstehen mich auch, wenn ich "kopieren und einfügen" statt "copy & paste" sage und wissen, dass sie erleichtert sein können, wenn nicht nur das "Backup" erfolgreich war, sondern die "Datensicherung" bzw. "Datenrücksicherung" gleich mit.

Die Deutsche Bahn folgt also dem Trend ihres Dienstherrn Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der in seinem Ministerium englischen Ausdrücken ebenfalls den Garaus macht.
Und ich würde mir wünschen, alle anderen würden das auch tun, denn ich möchte zukünftig "Blumen" und nicht "Red Roses", saure Gummibärchen und nicht "Sour Gums" kaufen und mit einem Ansprechpartner und keinem "Contact Center" sprechen müssen sowie freudig den Schornsteinfeger statt des Furnace Managers begrüßen wollen !

DANKE !

1 Comment

Linear

  • Torsten  
    Ich finde das ja mal eine gute Entscheidung der Bahn. Nichts gegen Anglizismen – aber wenn sie ob der Verwendung dieser vermeintlich „coolen“ Begriffe und nicht aufgrund einer bereits vorhandenen Etablierung verwendet werden, ist es doch einfach nur peinlich...

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