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Anki Cozmo zu Besuch

Anki - den Hersteller kennt man gerne von der Autorennbahn: Anki Overdrive. Aber das Unternehmen bietet mit "Cozmo" einen kleinen intelligenten Roboter an. Natürlich interessierte mich der kleine Kerl, aber ich wartete zunächst die Preisentwicklung und Erfahrungsberichte ab. Letztere lasen sich nach einer gewissen Zeit vielfach ähnlich, weshalb ich skeptisch war, dann aber doch zugriff.

Obwohl ich in so einigen Rezensionen las, dass der Cozmo nach einiger Zeit nur noch ungenutzt in der Ecke steht und eine Langzeitmotivation für das Spielen mit ihm fehlt, kaufte ich das Gerät, weil ich dachte, dass ja etwas für den Junior wäre.

Nun, es kam wie von anderen beschrieben. Anfangs waren die Spielchen noch lustig und auch das Füttern wurde morgens nach dem Aufstehen eifrig gemacht, aber schon nach kurzer Zeit mochte man nicht dauernd seinen Finger fangen lassen, Würfel schnappen spielen oder per Faust "abklatschen". Und so stand Cozmo eigentlich meist ausgeschaltet in seiner Ladestation. Zumal er, wenn man ihn sich selbst überlässt, jetzt auch nicht wirklich viel macht. Er dreht sich oft im Kreis, fährt ein paar Zentimeter vor und zurück, hebt und senkt den Kopf und ist beleidigt, weil keiner mit ihm spielt. Manchmal stapelt er seine Würfel, aber das war's auch schon. Zudem ist er, trotz seiner Ketten, nicht in der Lage eine Teppichkante hochzufahren, weil er seinen Arm nicht anhebt, sondern sich mit diesem festfährt. Somit kann sich sein Bewegungsradius auch schonmal arg einschränken.

Vermutlich wäre das Spielen mit ihm einfacher, wenn da nicht die umständliche Ansteuerung wäre. Auch das wurde oft erwähnt, aber ich hörte ja nicht.

- Um sich mit Cozmo zu verbinden, muss man sich mit dessen WLAN verbinden, weshalb das verwendete Gerät dann keine Internetverbindung mehr hat
- Die Verbindung zu Cozmo wurde immer mal wieder getrennt und konnte nicht gleich wiederhergestellt werden. Oftmals brauchte es zig Verbindungsversuche, bis wieder was ging.
- Um sich mit Cozmo zu verbinden, wenn er zum "Schlafen" in die Station gesteckt wurde, musste man ihn aus der Station nehmen und wieder reinstellen, da er sich weder per WLAN, noch per Knopfdruck aufwecken ließ
- Cozmo geht einfach aus, wenn der Akku leer ist. Er fährt nicht selbst zurück zur Ladestation

Generell macht der kleine Kerl alles gut, wenn die Verbindung steht. Er lernt auch stetig dazu, aber nur, was das Spielen angeht. Cozmo erkennt nichts in seiner Umgebung und Reaktionen scheinen zufällig zu sein. Mit Ausnahme derer über zuvor eingespeicherte Personen.
Wenn man erstmal soweit alles freigespielt oder ausgespielt hat, wird es recht bald langweilig immer und immer wieder dieselben Sachen zu machen. Daher kann es vorkommen, dass er über Tage ungenutzt herumsteht.

Da dürfte "Vector", der Nachfolger deutlich aktiver sein. Er erkennt seine Umgebung, fährt den Tag über alleine herum und lernt auch ohne die Minispielchen dazu. Zudem fährt er selbständig in seine Ladestation und hat eine Anbindung an Alexa - und damit auch an die Cloud. Wem das nicht gefällt, der sollte beim Cozmo bleiben.

Was den Support angeht, so reagiert dieser schnell und vor allem in deutscher Sprache und ohne Textbausteine!
Bei uns war gleich zu Anfang einer der drei Cubes defekt (keinerlei Reaktion mehr). Diesen hätten wir ausgetauscht bekommen, wenn wir Cozmo nicht bereits zurückgesendet hätten, da wir dachten es macht wenig Sinn, das kleine teure Gerät einfach in einer Ecke verstauben zu lassen.

Apropos teuer: Die Batterien, die in den Cubes stecken, haben ein Sonderformat und kosten richtig Geld! Das sollte man bei der Anschaffung mit berücksichtigen. Zudem sollte man eine davon unbedingt mitnehmen, wenn man in den Elektronikfachmarkt geht, um eine neue zu kaufen, da sie zwei anderen Typen sehr ähnlich sieht. Da man diesen Typ Batterie nicht überall bekommt, bleibt nur den Weg in den Elektronikfachmarkt oder eben der Kauf über's Internet.

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